„Auf die Plätze, fertig, los!“ lautet das Startsignal. Ein Baseball fliegt über das Feld im Ballpark Längenholz. Der neunjährige Matti fängt ihn mit einem Handschuh, der etwa fünfmal so groß ist wie seine eigene Hand. Blitzschnell dreht er sich um und wirft den Ball weiter zu seinem Mitspieler. Ziel ist es, den Ball so schnell wie möglich zum Startpunkt zurückzubringen. Beim Blick auf die Stoppuhr ist die Freude groß. 22 Sekunden. Das ist Bestzeit. Damit machen sie ihrem Teamnamen „Los Angeles Dodgers“ alle Ehre.
Das Feriencamp der Herrenberg Wanderers zählt in diesem Jahr über 45 Teilnehmer im Alter von sieben bis 14 Jahren. In fünf Teams, die alle den Namen erfolgreicher Mannschaften aus der amerikanischen Major League Baseball tragen, üben sich die Teilnehmer in dem US-Sport. Für drei Tage stehen rund sechs Stunden lang Stationsspiele wie Dosenwerfen, Schlagtraining im Käfig und Weitwurf an. Zur Abkühlung gibt es auch eine Wasserschlacht. Über die Hälfte der Kinder haben sich aus Herrenberg und den umliegenden Gemeinden im Rahmen des Herrenberger Ferienprogramms angemeldet.
Für Alexander ist das Camp der erste Kontakt mit Baseball. „Das macht mehr Spaß als Fußball“, sagt er und freut sich, als er beim Werfen die 30-Meter-Marke knackt. „Es gibt einige Kinder, die unglaublich gut werfen können. Für die ist Baseball genau der richtige Sport“, sagt Betreuer Henning Berger. Er trainiert Jugend- und Herrenmannschaften der Herrenberg Wanderers und sieht das Camp auch als Nachwuchsförderung im Verein. „Die familiäre Atmosphäre trägt dazu bei, dass Spieler immer wieder zurückkommen“, fügt Henning Berger hinzu.
So geht es auch Kian Moshiransari. Er hat durch das Camp zum Baseball-Spielen gefunden. Heute spielt er in der Bundesliga für die Untouchables Paderborn. „Beim Baseball kommt es vor allem auf die mentale Stärke an“, berichtet der 17-Jährige. Von Rückschlägen dürfe man sich nicht aufhalten lassen. Die neun Coaches des Feriencamps motivieren die Kinder, am Ball zu bleiben. Coach Henning Berger nimmt sich für einzelne Spieler individuell Zeit und gibt Tipps, um die Wurf- und Schlagtechnik zu verbessern. Als der kleine Jona sich enttäuscht von seiner Gruppe entfernt sorgt Bastian Philip dafür, dass der Siebenjährige wieder mit einem Grinsen im Gesicht weiterspielt. Philipp lebt in Singapur. Bei seinem jährlichen Besuch in Deutschland unterstützt er das Camp und das sogar an seinem 18. Geburtstag.
Zahlreiche Sponsoren aus Herrenberg und der Region tragen dazu bei, dass die Kinder über die gesamte Campzeit versorgt sind. Vor Ort sind Karin Pleul und ihr Catering-Team an allen drei Tagen im Einsatz und verpflegen die Teilnehmer mit Maultaschen, Pizza, Pommes und frischem Obst. Am Ende steht ein Highlight an: Ein großes Abschlussturnier samt Siegerehrung.